Knüppelbär: "Shimano-Religion" gibt es hier definitiv nicht, denn ich bin nach langer Zeit "sehr pro-Shimano" ein sehr kritischer Beobachter geworden, zumal andere Mütter auch sehr schöne Töchter haben - vielleicht sogar schönere...
Mir geht es hier um Objektivität und deshalb habe ich auf Dein allgemeines Fin-Nor - Posting auch kritisch reagiert. Mich haben diese Ereignisse mit Fin-Nor - Rollen in Spanien selbst überrascht, denn bis dato hatte ich selbst auch immer nur gehört, dass die Fin-Nor - Rollen von ausgesprochener Robustheit sein sollen (allerdings auch, dass die sehr teuer sein sollen!).
In Spanien erlebt ich allerdings genau das Gegenteil und die "Dinger" (das war echter Scheiß!) haben auch Minimalanforderungen nicht erfüllt! Nichtsdestotrotz glaube ich, dass es von denen viele, gute Rollen gibt. Sie kommen für mich als Fachhändler aber nicht in Frage, da neben dem Verkauf solcher Rollen auch ein ordentlicher Service dazu gehört. Den kann ich leider zu 0 % bieten, weil es hier in D. nichts gibt!
Konkret zur Lippe: Auch mir ist (noch) kein 2-Meter-Fisch dort bekannt und sicherlich ist die Population dort nicht so sehr groß. Dennoch wachsen die Biester schnell und der 1,80+ - Fisch wurde vor einigen Jahren gefangen - soweit ich weiß, auch released. Es ist also sehr plausibel, dass die 2-Meter-Grenze dort inzwischen überschritten wurde. Außerdem angelt dort NIEMAND gezielt auf 2 Meter-Fische und wenn diese dann per Zufall am Haken hängen, machen die kurzen Prozess mit der Gerätschaft! ES MUSS ALSO ERST MAL JEMAND ANFANGEN, GEZIELT DARAUF ZU ANGELN!
Der Fang von außergewöhnlichen Fischen fängt mit dem passenden Gerät an und wenn Du auf den Großfisch nicht vorbereitet bist, bleibst Du immer 2. Sieger! Die Schwierigkeit in der Lippe sind die vielen Kurven (die wahrscheinlich auch die Top-Plätze sind!). Hinterher-rennen geht da nicht und wenn er rum ist, isser weg!
Deshalb muss man das Gerät auf "halten" auslegen. Wenn Du schon einmal Welse geangelt hast, weißt Du, was das für´s Gerät bedeutet! In Spanien bin ich von 50 lbs-Schnur bis auf 80 lbs hochgegangen. 50 lbs. könnten für "unsere Welse" in der Lippe ausreichen, aber darunter würde ich mich nicht auf die Haltbarkeit verlassen wollen. Als ich die erste Schnur auf meine 4000er Stella spulte und die ersten Fische in Spanien fing, konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass das "enge" werden könnte. Die Stella (zugeben, vielleicht zu "labil") war schon im ersten Urlaub kaputt und die Schnur wurde mir wiederholt zerfetzt...
Natürlich ist die Lippe nicht mit Spanien vergleichbar. ABER ich würde mit dem Zielfisch Wels keine gedanklichen Kompromisse machen, denn für außerordentliche Fänge sollte man immer gut vorbereitet sein. Seitdem ich dieses Denken praktiziere, bin ich deutlich erfolgreicher. Das größte Problem an der Lippe sehe ich in der Motivation des Anglers, denn es wird wahrscheinlich Tage, vielleicht Wochen dauern, bis man einmal einen Ansatz bzw. Biss bekommt. Das ist sicherlich Pionierarbeit und Hut ab für denjenigen, der das angeht! Ich gehe ja noch nicht einmal gezielt an den Rhein, obwohl es dort schon Tage mit 4-5 Bissen vom Wels gegeben haben soll (auf Spinnrute, wohlgemerkt...

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